Über unsere Arbeit
Wer wir sind und warum wir Geschichten von Veränderung dokumentieren
Unser Arbeitsraum in Wien
glossy-savanna entstand aus einer einfachen Beobachtung: Die interessantesten Geschichten sind oft jene, die nicht erzählt werden. Menschen, die mutige Entscheidungen treffen, sprechen selten darüber. Ihre Erfahrungen bleiben privat, obwohl sie für andere wertvoll sein könnten.
Wie alles begann
Vor drei Jahren führten wir unser erstes Interview. Es sollte ein kurzes Gespräch werden, vielleicht eine Stunde. Es dauerte vier Stunden. Die Person, mit der wir sprachen, hatte ihre Karriere als Anwältin aufgegeben, um als Tischlerin zu arbeiten. Nicht aus finanzieller Not, sondern aus Überzeugung.
Was uns faszinierte, waren nicht die großen Entscheidungen, sondern die kleinen Details: Wie sie die ersten Monate ohne regelmäßiges Einkommen erlebte. Welche Gedanken ihr durch den Kopf gingen, als ehemalige Kollegen sie fragten, ob sie verrückt geworden sei. Wie sich ihre Beziehung zu ihrer Familie veränderte.
Unsere Methode
Wir arbeiten anders als klassische Journalisten. Unsere Interviews folgen keinem starren Fragenkatalog. Stattdessen schaffen wir einen Raum, in dem Menschen frei erzählen können. Manchmal schweigen wir minutenlang. Manchmal dauert ein Gespräch sechs Stunden.
Die Aufnahmen werden nicht stark bearbeitet. Wir glauben, dass Pausen, Umwege und Wiederholungen Teil der Geschichte sind. Sie zeigen, wie Menschen wirklich denken und erinnern.
„Was mich überrascht hat: Niemand hat versucht, meine Geschichte zu glätten. Die Zweifel, die ich hatte, sind genauso dokumentiert wie die erfolgreichen Momente."
— Teilnehmer, 2024
Wer dokumentiert wird
Wir arbeiten nicht mit Prominenten oder Influencern. Die Menschen in unseren Interviews sind Lehrer, Handwerker, Verwaltungsangestellte, Pflegekräfte. Ihre Geschichten sind nicht spektakulär im klassischen Sinn. Aber sie sind echt.
Eine Frau, die mit 52 Jahren beschloss, noch einmal zu studieren. Ein Mann, der seine Führungsposition aufgab, um mehr Zeit für seine kranke Mutter zu haben. Ein Paar, das seine Wohnung verkaufte, um ein Jahr lang zu reisen – und danach ein komplett anderes Leben aufbaute.
Was wir nicht tun
Wir verkaufen keine Lösungen. Wir bieten keine Rezepte für ein besseres Leben an. Unsere Arbeit besteht darin, zuzuhören und zu dokumentieren. Die Interpretation überlassen wir denen, die die Geschichten hören oder lesen.
Wir dramatisieren nicht. Wenn jemand erzählt, dass die Veränderung schwer war, dann lassen wir das so stehen. Wir fügen keine heroische Musikuntermalung hinzu, keine motivierenden Schnitte. Die Realität ist interessant genug.
Hier finden die meisten unserer Gespräche statt
Das Team
Wir sind ein kleines Team von vier Personen. Zwei von uns kommen aus dem Dokumentarfilm, eine hat Psychologie studiert, einer ist ehemaliger Journalist. Was uns verbindet, ist das Interesse an Geschichten, die unter die Oberfläche gehen.
Jeder von uns hat selbst Veränderungen durchlebt, die von außen vielleicht seltsam wirkten. Vielleicht macht uns das sensibler für die Nuancen, die in solchen Prozessen wichtig sind.
Warum Wien
Unser Büro liegt im 7. Bezirk, in einer ruhigen Seitengasse. Wir haben bewusst keinen repräsentativen Raum gesucht. Die meisten Interviews finden ohnehin dort statt, wo die Menschen sich wohl fühlen – bei ihnen zu Hause, in einem Café, manchmal beim Spazierengehen.
Wien ist ein guter Ausgangspunkt. Die Stadt ist groß genug für Anonymität, klein genug für echte Begegnungen. Viele der Menschen, mit denen wir sprechen, leben hier. Aber wir arbeiten auch in anderen Regionen Österreichs und gelegentlich im deutschsprachigen Raum.
Wie es weitergeht
Wir haben keine großen Expansionspläne. Unsere Arbeit funktioniert, weil wir uns Zeit nehmen können. Das bedeutet, dass wir nur eine begrenzte Anzahl an Projekten pro Jahr umsetzen.
Was wir in den nächsten Monaten vorhaben: Eine Serie von Interviews mit Menschen über 60, die noch einmal etwas Neues begonnen haben. Ein Projekt mit einer Schule, die Lehrer nach ihren persönlichen Transformationen befragt. Und mehrere Einzelinterviews, deren Geschichten noch nicht absehbar sind.
Möchten Sie mehr erfahren?
Wir beantworten gerne Ihre Fragen zu unserer Arbeitsweise.
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